Aktuelles aus der Lutherkirchengemeinde

Verbringe drei tolle Tage im Gemeindehaus der König-Christus-Gemeinde vom 27.-29. Juli 2023.[...mehr]

Am ersten Tag weinte Petrus Freudentränen und am Sonntag war allerbestes Festgottesdienstwetter[...mehr]

Am 01. und 02.07. sei dabei! Und bring am besten viele liebe Menschen und einen Kuchen mit.[...mehr]

Endlich bekommen wir wieder Besuch aus unseren südafrikanischen Partnerkirchenkreisen. Vom 5. bis 22. Juni ist eine Delegation auf Einladung unseres Kirchenkreises zu Besuch. Es wird viele Möglichkeit[...mehr]

Gemeindeversammlung mit Regionalbischof Selter am 29. Juni im Rathaus[...mehr]

Wir laden Sie herzlich ein am 29.Mai um 11:00 Uhr auf der Waldbühne.[...mehr]

Wir laden Sie herzlich ein zum Open Air Gottesdienst.[...mehr]

Wir laden Sie herzlich ein am 21.Mai 2023 um 17:00 Uhr in der Auferstehungskirche.[...mehr]

Ein kleiner Bericht zur Osternacht am 09.04.2023.[...mehr]

Karwoche und Ostertage[...mehr]

von Angela und Friedrich Köster

am 31. März 2023 um 20.00 Uhr in der LutherHütte[...mehr]

Interessanter Vortrag in der LutherHütte

Sonntag 5. März 2023

Sonntag 29. Januar 2023 17 Uhr[...mehr]

Genieße den Moment

 

Meine Tochter, 3 Jahre alt, und ich sind in unserem Garten. Sie sitzt in ihrem Sandkasten und ich daneben auf der Gartenbank. Das Wetter ist herrlich, die Sonne lacht. Zeit zum Nichtstun. Ich beobachte meine Tochter. Sie sitzt da und starrt vor sich hin. Ganz anders als ich. Ich rutsche auf der Bank hin und her, schlage die Beine übereinander, tippe auf meinem Handy. Dann schaue ich wieder zu meiner Tochter im Sandkasten. Sie sitzt immer noch einfach da und starrt in den Sand. Ihre Ruhe macht mich nervös. Ich rufe: „Alles in Ordnung?“ „Ja!“ Das aber reicht mir nicht. Ich frage: „Langweilst du dich?“ „Nein!“ Und sie schaut weiter. Je ruhiger meine Tochter ist, desto unruhiger werde ich selbst. „Sollen wir ein Eis essen?“ „Nein!“ Sie bringt mich aus der Fassung und ich frage: „Was machst du denn da?“ Sie seufzt hörbar und sagt: „Ich gucke.“ Wer jetzt meint, alles sei gesagt, kennt die Unruhe nicht, die Menschen manchmal in sich tragen. Noch lebhafter rutsche ich auf der Bank hin und her, sehe mich um und frage meine Tochter: „Alles in Ordnung mit dir?“ Sie schließt kurz ihre Augen und sagt dann, schon etwas genervt klingend: „Ja-haaaaa.“ Und schaut weiter. Und schaut. Und schaut. Als sei die ganze Welt nur für sie da. Als sei ihre ganze Welt dieser eine Sandkasten.

 

Es gibt eine gewisse Angst vor der Ruhe, dem Zweckfreien, dem Nichtstun. Nichtstun hat oftmals auch den unterschwelligen Beiklang von Nichtsnutz. Und wer will das schon sein? „Hast du nichts zu tun?“ Wenn der Satz fällt, springen wir sofort auf, fühlen uns ertappt und versuchen möglichst schnell beschäftigt zu sein. Irgendwie haben wir immer die Sorge als Nichtstuer zu nichts nütze zu sein...

 

Es gibt eine gewisse Angst vor der Ruhe. Noch aus einem anderen Grund. In der Ruhe können wir uns selbst nicht mehr ausweichen. In der Ruhe begegnen wir uns selber. Wer von den Vielbeschäftigten und Dauermachern das nicht gewohnt ist, könnte bei dem erschrecken, was er von sich erkennt. Die Angst vor der Ruhe ist die Angst, sich selbst zu erkennen und vielleicht auch sich selbst wieder zu finden.

 

Albert Camus hat gesagt: „Das Reisen führt uns zu uns selbst zurück!“ Die Ruhe im Urlaub, das Freisein von Verpflichtungen, Terminen und Betriebsamkeit, das Zeithaben für Andere und für mich selbst – das finden wir oftmals in unseren Auszeiten außerhalb des normalen Alltags. Hier gönnen wir uns das Nichtstun und haben kein schlechtes Gewissen.

 

Und das sollten wir nicht nur um Urlaub oder in den Ferien so machen. Wir sollten uns auch so immer wieder eigene Auszeiten in unseren Alltag einbauen und uns selbst einfach mal zur Ruhe zwingen. Jetzt mache ich eine halbe Stunde nichts. Ich setze mich auf diese Bank und tue nichts, lasse die Beine und die Seele baumeln. Ich stehe in dieser halben Stunde nicht auf und bediene auch kein Handy. Nichts, einfach nichts.

 

Denn in dieser Ruhe können wir etwas Wertvolles erkennen: Unruhe vertreibt Gott, Ruhe bringt uns ihm näher. Schon am dritten Tag mit der halben Stunde Nichtstun – wirklich nichts tun – werde ich zu einem anderen Menschen. Ich spüre wieder: Ich bin und ich bleibe ein Kind; ein Kind des Vaters im Himmel. Ich kann mein Leben regeln, ich kann es aber nicht immer und überall in Händen halten. Ich bleibe, so fleißig ich auch bin, ein bedürftiger und angewiesener Mensch. Wie Kinder auf ihre Eltern bin ich angewiesen auf Gottes Güte – und dankbar, wenn ich sie empfinde.

 

Wenn wir nicht manchmal einfach so dasitzen oder liegen, eine Blume, einen Vogel oder eine Wolke endlos anschauen und den lieben Gott einen guten Mann (oder eine gute Frau) sein lassen, dann werden wir nie verstehen, warum Gott all seine Kinder so liebt. Er liebt sie, weil sie staunen können. Über das Allerkleinste. Über ein Gänseblümchen: strahlend schön und einzigartig auf dieser Welt. Wie alles, was Gott geschaffen hat.

 

Also keine Angst vor der Ruhe - sie bringt uns Gott und uns selbst näher!

 

Vielleicht probieren Sie es einmal selbst. Nehmen Sie sich in den kommenden Wochen doch einmal die Zeit und setzen Sie sich auf eine Bank und machen eine halbe Stunde einfach nichts. Und vielleicht können Sie dann sagen: Oh mein Gott, wie schön ist es, so den Moment zu genießen.

 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit, einen tollen Urlaub und eine gute Begegnung mit sich selbst!

Ihre Carina Baltruschat