Aktuelles aus der Lutherkirchengemeinde

Einen Monat vorm Weltgebetestag bekommen wir Einblicke in das diesjährige Weltgebetstagsland Taiwan. Mit interessanten Informationen und Bildern und der einen oder anderen landestypischen Köstlichkeit[...mehr]

Während eines ökumenischen Gottesdienstes am 15. Januar 2023 in der Luther-Kirchengemeinde in Georgsmarienhütte bedankten sich die Vertreter*innen des Caritas-Stiftungsfonds Horizont, der DiakonieStif[...mehr]

So wie im jeden Jahr feiern wir die 'Woche zur Einheit der Christen' mit einem ökumenischen Gottesdienst und einem Neujahrsempfang.[...mehr]

Im Rahmen der ökumenischen Woche zur Einheit findet in diesem Jahr auch wieder ein Frauennachmittag statt.[...mehr]

von Angela und Friedrich Köster

erstmals an der Lutherkirche[...mehr]

auf dem Ev. Friedhof in Alt-GMHütte

featuring Arne Donadell und Simeon Hudlet[...mehr]

Seit nun 30 Jahren ist Kirchenkreiskantor Stefan Bruhn bei uns in Georgsmarienhütte im Dienst. Heute überraschten die haupt- und ehrenamtlich Aktiven der drei Georgsmarienhütter Gemeinden mit einer kl[...mehr]

An zwei Abenden wird der Kammerchor Cantus firmus zusammen mit dem Orchester Musica Viva unter der Leitung von Kantor Stefan Bruhn das Händel Oratorium "Der Messias" in englischer Originalsprache auff[...mehr]

Tolle Stimmung rund um die Lutherkirche am 11. September 2022[...mehr]

Wir sind ein Chor mit jugendlichen Sängerinnen zwischen 13 und ca. 25 Jahren. Die Corona-Pandemie hat leider auch vor uns nicht halt gemacht. Wir konnten lange Zeit nicht proben und haben dadurch leid[...mehr]

Zur Oeseder Kirmes gibt es einen ökumenischen Gottesdienst am 25. September um 12 Uhr. Auf dem Autoscooters heißt es dann: "Wir sind wieder da - you'll never walk alone". [...mehr]

an der Lutherkirche in Alt-GMHütte[...mehr]

Die Posaunenchöre des Kreisverbandes Georgsmarienhütte laden zu einem Serenandenkonzert vor Holter Kirche St. Urban ein.[...mehr]

Genieße den Moment

 

Meine Tochter, 3 Jahre alt, und ich sind in unserem Garten. Sie sitzt in ihrem Sandkasten und ich daneben auf der Gartenbank. Das Wetter ist herrlich, die Sonne lacht. Zeit zum Nichtstun. Ich beobachte meine Tochter. Sie sitzt da und starrt vor sich hin. Ganz anders als ich. Ich rutsche auf der Bank hin und her, schlage die Beine übereinander, tippe auf meinem Handy. Dann schaue ich wieder zu meiner Tochter im Sandkasten. Sie sitzt immer noch einfach da und starrt in den Sand. Ihre Ruhe macht mich nervös. Ich rufe: „Alles in Ordnung?“ „Ja!“ Das aber reicht mir nicht. Ich frage: „Langweilst du dich?“ „Nein!“ Und sie schaut weiter. Je ruhiger meine Tochter ist, desto unruhiger werde ich selbst. „Sollen wir ein Eis essen?“ „Nein!“ Sie bringt mich aus der Fassung und ich frage: „Was machst du denn da?“ Sie seufzt hörbar und sagt: „Ich gucke.“ Wer jetzt meint, alles sei gesagt, kennt die Unruhe nicht, die Menschen manchmal in sich tragen. Noch lebhafter rutsche ich auf der Bank hin und her, sehe mich um und frage meine Tochter: „Alles in Ordnung mit dir?“ Sie schließt kurz ihre Augen und sagt dann, schon etwas genervt klingend: „Ja-haaaaa.“ Und schaut weiter. Und schaut. Und schaut. Als sei die ganze Welt nur für sie da. Als sei ihre ganze Welt dieser eine Sandkasten.

 

Es gibt eine gewisse Angst vor der Ruhe, dem Zweckfreien, dem Nichtstun. Nichtstun hat oftmals auch den unterschwelligen Beiklang von Nichtsnutz. Und wer will das schon sein? „Hast du nichts zu tun?“ Wenn der Satz fällt, springen wir sofort auf, fühlen uns ertappt und versuchen möglichst schnell beschäftigt zu sein. Irgendwie haben wir immer die Sorge als Nichtstuer zu nichts nütze zu sein...

 

Es gibt eine gewisse Angst vor der Ruhe. Noch aus einem anderen Grund. In der Ruhe können wir uns selbst nicht mehr ausweichen. In der Ruhe begegnen wir uns selber. Wer von den Vielbeschäftigten und Dauermachern das nicht gewohnt ist, könnte bei dem erschrecken, was er von sich erkennt. Die Angst vor der Ruhe ist die Angst, sich selbst zu erkennen und vielleicht auch sich selbst wieder zu finden.

 

Albert Camus hat gesagt: „Das Reisen führt uns zu uns selbst zurück!“ Die Ruhe im Urlaub, das Freisein von Verpflichtungen, Terminen und Betriebsamkeit, das Zeithaben für Andere und für mich selbst – das finden wir oftmals in unseren Auszeiten außerhalb des normalen Alltags. Hier gönnen wir uns das Nichtstun und haben kein schlechtes Gewissen.

 

Und das sollten wir nicht nur um Urlaub oder in den Ferien so machen. Wir sollten uns auch so immer wieder eigene Auszeiten in unseren Alltag einbauen und uns selbst einfach mal zur Ruhe zwingen. Jetzt mache ich eine halbe Stunde nichts. Ich setze mich auf diese Bank und tue nichts, lasse die Beine und die Seele baumeln. Ich stehe in dieser halben Stunde nicht auf und bediene auch kein Handy. Nichts, einfach nichts.

 

Denn in dieser Ruhe können wir etwas Wertvolles erkennen: Unruhe vertreibt Gott, Ruhe bringt uns ihm näher. Schon am dritten Tag mit der halben Stunde Nichtstun – wirklich nichts tun – werde ich zu einem anderen Menschen. Ich spüre wieder: Ich bin und ich bleibe ein Kind; ein Kind des Vaters im Himmel. Ich kann mein Leben regeln, ich kann es aber nicht immer und überall in Händen halten. Ich bleibe, so fleißig ich auch bin, ein bedürftiger und angewiesener Mensch. Wie Kinder auf ihre Eltern bin ich angewiesen auf Gottes Güte – und dankbar, wenn ich sie empfinde.

 

Wenn wir nicht manchmal einfach so dasitzen oder liegen, eine Blume, einen Vogel oder eine Wolke endlos anschauen und den lieben Gott einen guten Mann (oder eine gute Frau) sein lassen, dann werden wir nie verstehen, warum Gott all seine Kinder so liebt. Er liebt sie, weil sie staunen können. Über das Allerkleinste. Über ein Gänseblümchen: strahlend schön und einzigartig auf dieser Welt. Wie alles, was Gott geschaffen hat.

 

Also keine Angst vor der Ruhe - sie bringt uns Gott und uns selbst näher!

 

Vielleicht probieren Sie es einmal selbst. Nehmen Sie sich in den kommenden Wochen doch einmal die Zeit und setzen Sie sich auf eine Bank und machen eine halbe Stunde einfach nichts. Und vielleicht können Sie dann sagen: Oh mein Gott, wie schön ist es, so den Moment zu genießen.

 

Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit, einen tollen Urlaub und eine gute Begegnung mit sich selbst!

Ihre Carina Baltruschat